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Wie meine Kunst entsteht
Das Material
Jedes Werk beginnt mit einer Scherbe: Spiegelglas, das ich aus zweiter Hand beziehe – ausgediente Spiegel, die sonst entsorgt würden. Das Glas schneide ich von Hand in organische Formen oder behalte die ursprüngliche oft geometrische Form.
Auf diese Fläche gieße ich getöntes Resin – ein klares, selbsthärtendes Kunstharz, dem ich Pigmente beimische. Resin ist nicht kontrollierbar: Es fließt, es reagiert auf Temperatur, auf Luftfeuchtigkeit, auf den Winkel des Untergrunds. Ich lenke es – aber das letzte Wort hat das Material.
Licht als drittes Element
Reflecting light into color — Durch das getönte Resin fällt Licht auf die verspiegelte Glasfläche und wird gefiltert, gefärbt, zerlegt. Das Werk wirft sein eigenes Spiegelbild an die Wand: ein weiches, leuchtendes Farbfeld, das wandert, wenn das Licht sich ändert. Morgens anders als abends. Im Winter anders als im Sommer. Ein Werk – zwei Bilder.
Die Serien
Meine Werke entstehen in Serien, die jeweils eine eigene Farbwelt und einen eigenen thematischen Horizont haben. Die Namen sind arabisch – eine Sprache mit einer Klangdichte, die mich fasziniert.
Dünya (دنيا – Welt): Erden, Wüsten, Kontinente. Warme Farben – Orange, Rot, Pink, Gelb. Die Erde aus der Vogelperspektive, als Farblandschaft.
Falak (فلك – Himmel, Firmament): Das Atmosphärische, das Schwebende. Lila, Blau, Pink, Gelb – die Farben der Dämmerung und des Zwielichts.
Laila (ليلى – Nacht): Dunkelheit, die nicht schwarz ist. Tiefes Blau, Lila, Orange – die Nacht kurz vor und kurz nach Mitternacht.
Qamar (قمر – Mond): Mondphasen und Mondlicht. Blau, Orange, Pink – das Licht, das sich borgt.
Suhail (سهيل – Stern, der südliche Stern Canopus): Sterne, Sternbilder, das Navigieren am Himmel. Grün, Pink, Gelb – die Farben, die ich im Sternenlicht sehe.